26.10.2016 Drei Wörter ein Ziel

Lemgo soll landesweit eine Vorreiterrolle übernehme. Bildung und Forschung, Wissenschaft und Kultur sollen am Lüttfeld zusammen geführt werden. Die ersten Schritte sind gemacht

Innovation Campus Lemgo“ – Die drei Wörter umschreiben ein Ziel: Lemgo wird landesweit eine Vorreiterrolle einnehmen und behaupten. Hier sollen wie sonst nirgends in NRW Bildung und Forschung, Wirtschaft und Kultur zusammengeführt werden – räumlich, aber auch inhaltlich, im Miteinander der Schüler und Studenten, Azubis und Professoren, Handwerker und Forscher. Quartiersmanager Dr. Klaus Schafmeister beschreibt diese Vision mit keinen geringeren Worten als „es geschieht zum Wohle aller.“ Jahrzehntelang ist das Lüttfeld Stück für Stück gewachsen. Heute zählt die Hochschule 3700 Studenten. Das Lüttfeld-Berufskolleg sowie das Hanse-Berufskolleg besuchen rund 4000 junge Menschen. Dazu kommen das CIIT (Centrum Industrial IT), das Fraunhofer-Institut, die SmartFactoryOWL, die Lippe Bildung eG, der Eigenbetrieb Schulen des Kreises, die Lipperlandhalle mit ihren Kongressräumen – all diese Einrichtungen liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Schafmeister: „Wir wollen für wissensbasierte Informationen in der digitalen Wirtschaft von der beruf- lichen und akademischen Bildung über die Forschung bis hin zur Wirt- schaft die Übergänge durchlässig gestalten.„ Es solle„ein leistungsfähiges Ökosystem” für Innovationen geshaffenwerden.

Warumsollen Berufsschüler nicht an Seminaren in der Hochschule teilnehmen, Studenten nicht noch mehr ans CIIT gebunden werden, alle gemeinsam Sport in der Lipperlandhalle treiben oder Partys feiern? Es werden also alle Flächen aufgewertet, wie es so schön heißt. Es werden neue We- geverbindungen geschaffen, Plätze entstehen, ein Parkhaus soll gebaut werden. Schafmeister verspricht: „In zehn Jahren wird der Campus nicht wiederzuerkennen sein.“

Die Arbeiten an der „Forschungs- und Bildungsmeile Lüttfeld“ laufen seit anderthalb Jahren. Der für knapp 2,2 Millionen Euro neu gestaltete Boulevard von der alten Opel-Möller-Kreuzung bis zur neuen Bunsenstraße wurde Anfang Juni eröffnet.Vom Bahn-Halt ist es ein kurzer Weg auf den Campus. Für Schafmeister ein erster Schritt, das gesamte Entree in den Campus aufzuhübschen. Er erinnert sich an einen Besuch des Landesver- kehrsministers Michael Groschek in Lemgo, der sich begeistert gezeigt habe. Groschek sowie die Minister Garrelt Duin und Svenja Schulze haben das Projekt Anfang April auf dem Zukunftsforum Lippe als “eines der wichtigsten notwendigen Zukunftsprojekte in Lippe mit Strahkraft und Referenzentwick- lung für ganz NRW” gelobt.

Gute Drähte von Lippe nach Düsseldorf sind wichtig, denn es gilt auch, die Fördermittelakquise aufeinander abzustimmen – es stehen verschiedene Landes-, Bundes- und Europagelder in Aussicht. Dies treffe auch auf die vom Keis Lippe geplante „Lernfabrik 4.0“ zu, die die Kooperation aller Berufskollegs, der Hochschule sowie der Wirtschaft bündeln soll.„Und es sind privatwirtschaftliche und regionale Möglichkeiten zu beden- ken. Gerade die Interaktion mit der Wirtschaft wurde bereits mit Blick auf das CIIT, die SmartFactory und das Innovationszentrum Dörentrup ohne steuerliche Mittel finanziert”, berichtet der Projektmanager.“In der aufstebenden Technologieregion OWL enstehht so ein einmaliges Ökosystem für die digitale Wirtschaft.” (mah)

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